Cammino Celeste – Tag 7 – Montemaggiore nach Val Torre – 6. Etappe

Sonntag 23. Juni, Start 8:00 bis 16:30 in 8,5 Stunden, 22KM mit 809 HM rauf, 880 HM runter

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Es ist 8 Uhr morgens. Tag des Herrn. Wir starten gleich sehr steil vom Appartement weg den Wald hinauf, es ist angenehm kühl. Am Rucksack hängen die nassen, nicht ganz getrockneten Wäschestücke. Forststrassen wechseln sich mit Gebirgspfaden ab,. Wir durchqueren einige große Schuttfelder. Nach 2 Stunden erreichen wir das Dörfchen Cornappo. Wir machen Rast an einer Bushaltestelle, nehmen Wasser aus einem Brunnen. Beim Verlassen des Dorfes fällt uns eine winzige Trattoria auf. Wir gehen nicht hinein, im Gedanken später noch was zu finden. Leider kam dann nichts mehr. Viele Rennradfahrer sind unterwegs am sonnigen Sonntag. Eine Stunde später gehen wir durch Monteaperta. Wir sehen Abzweigungen des Wegs hinauf zum Gran Monte. Sind aber froh nicht hinauf zu müssen. Es ist Mittag und sind schon viele Kilometer auf Asphalt gegangen, das ist auf Dauer anstrengend. Nach weiteren 2 Stunden wieder eine kleine Pause. Wir sind bei der Hälfte der heutigen Etappe. Es geht weiter bergab. Sind von 1000M jetzt auf 350M herunten. Die Strecke macht einen Schwenk nach Norden, weiter auf Asphalt. Das macht keinen Spaß. Es beginnt leicht zu regnen. Wir ziehen uns den Regenschutz drüber. Es hört wieder auf, es ist unbeständig. Unter dem Regenschutz ist es heiß! Sabine flucht. Ihr Poncho ist sehr dick. Sie zieht ihn wieder aus. Ich lasse meinen an, er dient uns als “Warn Boje”. Meiner ist grell rot, so werden wir besser gesehen von den Autofahrern. Nach fast 8 Stunden erreichen wir unser heutiges Ziel. Wir sind im Agritourismo “AleGra”, das war ein Tipp von Aurelio. Es ist ein guter Tipp gewesen. Es ist wie im Paradies, eine Idylle in der Einsamkeit. Nach einem Willkommens Bier essen wir ausgezeichnet. Wildragout, Spätzle mit Rucola, diverse Antipasti. Sehr gut. Dazu einen Wein aus der Umgebung. Ein BioBauern Vorzeige Betrieb.

Wir sitzen auf der Terrasse, rund um uns Esel, Schafe, Schweine, Kräuterbeete. Sie sind praktisch Selbstversorger. So einfach leben die Menschen hier. Das beobachten wir schon seit Cividale. Den Pilgerstempel bekommen wir vom Wirt. Wir sitzen auf der Terrasse und stellen fest, dass wir keinen Handy Empfang haben. Das ist eigentlich nicht schlimm, aber wir benötigen noch eine Unterkunft am nächsten Tag. Davor wurden wir gewarnt. Gäste am Nebentisch hörten bei unserem Gespräch mit. Sie reden mit dem Besitzer und helfen uns! Sie wohnen weiter unten in einem Dorf mit Handy-Empfang und rufen für uns in der Herberge an. Wir sind sehr dankbar für die Hilfsbereitschaft. Wir duschen uns mit einem provisorischen Gartenschlauch an der Außenmauer im Freien. Es sind nur einfache Plastikmatratzen drin, wir benötigen also den Schlafsack. Am Tisch vor unserem Häuschen trinken wir ein Gläschen Wein und genießen die Ruhe. Der Sternenhimmel ist leider nicht zu sehen, es ist bewölkt und eher kühl. Der Schlaf ist eher unruhig, wir rutschen auf den Matten immer nach unten.

Tipp des Tages: Rechtzeitig Zimmer buchen.

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